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Schwerpunktprogramm
1423 „Prozess-Spray“
Herstellen
funktionaler
Feststoffpartikeln in Sprühverfahren – Von den Anforderungen an das
Pulver und an seine Eigenschaften zum geeigneten Prozess
27.
Juni 2008
Der
Senat der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des
Schwerpunktprogramms „Prozess-Spray“ beschlossen. Als Laufzeit sind
sechs Jahre vorgesehen.
Feststoffe
in Pulverform sind
Produkte oder Produktionshilfsstoffe in der chemischen,
pharmazeutischen, medizintechnischen oder artverwandten
Industriebereichen. Das Anforderungsprofil an diese partikulären
Systeme wird vorgegeben durch ihre chemische, biologische oder
physikalische Wirkung, aber auch durch verarbeitungs- oder
prozesstechnische Randbedingungen und Anforderungen wie z.B. die
Riesel- oder Fließfähigkeit, die Lösungskinetik, die Staubbildung, die
Schüttdichte und vieles mehr. Somit werden die Eigenschaftsfunktionen
von Pulvern auf der Basis von Merkmalen wie der Partikelstruktur, der
geometrischen Struktur, der Haufwerkszusammensetzung und der chemischen
Zusammensetzung definiert. Ein wesentlicher Prozess zur Generierung
derartiger hochdisperser Pulversysteme mit einstellbaren Eigenschaften
ist die Zerstäubung mittels geeigneter Sprühverfahren.
Gegenstand des
Schwerpunktprogramms ist
die gezielte Entwicklung und Anwendung von prozessintegrierten
Zerstäubungsverfahren zur Generierung maßgeschneiderter Feststoffe in
Pulverform mit definierten Eigenschaftsfunktionen. Ziel ist es,
Maßnahmen zur Kontrolle und Steuerung der Elementarprozesse in
Sprühverfahren wie bspw. der Zerteilung, dem Transport, der
Verfestigung, der Reaktion und der Kollision zu entwickeln. Diese
Untersuchungen müssen stets die Einstellung definierter Partikelformen
und Partikelstrukturen beinhalten. Dabei liegt der Ausgangsstoff des
Zerstäubungsprozesses als Fluid, zumeist jedoch als komplexes
mehrphasiges System z.B. einer Suspension oder Emulsion vor. Diese
Ausgangsbedingungen stellen eine Herausforderung an den für bestimmte
Eigenschaften des Endproduktes zu wählenden Prozess dar. Sie enthalten
zugleich ein wesentliches Potential für die Entwicklung neuer
Pulvermaterialien. Aus dieser Prozess/System-Konfiguration werden
wesentliche Erkenntnisse zur Entwicklung von „tailor-made“ dispersen
Systemen erwartet.
Im Rahmen des
Schwerpunktprogramms „Prozess-Spray“ soll in einem rekursiven
Designansatz aus den geforderten Partikeleigenschaften das
Anforderungsprofil an den Desintegrationsvorgang und den Sprayprozess
definiert werden, welches in der technischen Anwendung in ein
adaptiertes Zerstäubungs- und Anlagenkonzept umzusetzen und zu
überprüfen ist. Es ergeben sich so im Forschungsansatz notwendige
Verknüpfungen und Wechselwirkungen von Verfahrens- und
Strömungstechnikern mit Anwendern aus der Pharmazie, der Metallurgie
oder der Oberflächentechnik.
Das Forschungsprogramm des
SPP ist in drei
Bereichen aufgestellt:
A
– Mikroebene:
Elementarprozesse
- Untersuchungen der
Elementarprozesse an den Phasengrenzen mehrphasiger Systeme in
Sprayprozessen
B
– Prozessanalyse: Skalierung und Modellbildung
- prozesstechnische
Untersuchungen bei der Feststoffsynthese im Sprayverfahren
- physikalische
Modellierung und
Simulation von Sprayverfahren zur Partikelerzeugung und ihre
experimentelle Validierung
- Ableitungen zur
Prozessskalierung in
Sprayverfahren
C
– Makroebene: Prozessfunktionen und Partikeleigenschaften
- rekursives Design zur
Definition und Auswahl geeigneter Formulierungen und Prozesse für die
Herstellung von Feststoffpartikeln im Sprayverfahren
Als Feedmaterialien für die
verschiedenen Zerstäubungsprozesse zur Feststoffsynthese sollen im
Rahmen des SPP Systeme mit komplexem rheologischen Verhalten verwendet
werden, also insbesondere Suspensionen, Emulsionen und Lösungen. Zu
Vergleichszwecken innerhalb des SPP können hierfür, neben den eigenen,
vorhabenspezifischen Feedmaterialien, Standard-Modellsysteme in die
Untersuchungen einbezogen werden. Die Spezifikationen der Modellsysteme
sind auf der Internetseite des SPP aufgeführt.
Im Rahmen des SPP besteht
die Möglichkeit, verschiedene Zerstäubungsanlagen im Technikums- bzw.
Pilotmaßstab in verschiedenen Instituten und bei Industriepartnern in
den Arbeitsplan einzubeziehen. Hierdurch werden für alle Teilnehmer
vergleichbare und standardisierte Versuchsbedingungen gewährleistet.
Informationen über die zur Verfügung stehenden Zerstäubungsanlagen und
ihre Spezifikationen sind für potentielle Antragsteller auf den
Webseiten des SPP im Internet hinterlegt. Auch die Einrichtung von
Transferprojekten mit Industriebeteiligung ist bereits mit Beginn der
ersten Phase intendiert.
Um die Kohärenz der
Forschungsprojekte im Schwerpunktprogramm zu gewährleisten, sollen die
Arbeiten im SPP auf die folgenden Bedingungen und Prozesse
eingeschränkt bzw. fokussiert werden:
- Im
Fokus
des SPP sind
Zerstäubungsverfahren zur Herstellung von
Partikeln mit gezielten Eigenschaften, die ausschließlich in einer
Gasumgebung ablaufen, d.h., Syntheseprozesse in flüssiger Umgebung sind
ausgeschlossen. Auch sollen Partikelbildungsprozesse durch
Kondensations- und Desublimationsvorgänge aus der Gasphase
ausgeschlossen werden. Eine gewünschte Ausnahme bilden hier
Beschichtungen von Partikeln in ihrer Bildungsphase bspw. durch
Kondensationsvorgänge.
- Die
mittleren Tropfen- bzw. Partikelgrößen sollen sich auf die bei
üblichen Sprayprozessen im technischen Rahmen erreichbaren Abmessungen
zwischen 1 µm und 1000 µm beschränken. Beschichtungsvorgänge dieser
Partikeln mit noch kleineren Subpartikeln sind zugelassen.
- Die
Aufbauagglomeration von Partikeln, bspw. in Wirbelschichten, ist
nicht Thema des Programms.
- Sprayprozesse
mit Verbrennung sollen im Rahmen des SPP nicht untersucht
werden.
Antragsteller werden
zunächst gebeten, bis spätestens 20.
August 2008 Antragsskizzen (ca. 2 Seiten) für die erste
Förderperiode in elektronischer Form an den Koordinator des
Schwerpunktprogramms zu senden:
Prof. Dr.-Ing. Udo Fritsching
Universität Bremen
Fachgebiet Verfahrenstechnik
Badgasteiner Str. 3
28359 Bremen
Tel.: 0421
- 218 - 51230
e-Mail: fritsching [at] iwt.uni-bremen.de
Vollständige
Anträge
sind in vierfacher Ausfertigung (gelocht, aber nicht geklammert) bis
spätestens 30. September
2008 unter dem Stichwort „SPP 1423 Prozess-Spray“
beim
Ansprechpartner der DFG-Geschäftstelle einzureichen:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
z.Hd. Herrn Dr.-Ing. Bernd Giernoth
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Tel.: 0228
- 885 - 2284
e-Mail: bernd.giernoth [at] dfg.de
Neben dem vollständigen
Antrag ist eine Zusammenfassung des Antrags (maximal 15 Zeilen als
.rtf-Datei) per email zu einzusenden. Ein weiteres Exemplar des Antrags
ist in elektronischer Form an den Koordinator des SPP zu schicken.
Einen Leitfaden für die
Abfassung eines Antrags
auf Sachbeihilfe finden Sie im DFG-Merkblatt 1.02 unter www.dfg.de.
Das
Begutachtungskolloquium des
Schwerpunktprogramms wird voraussichtlich am 19. November 2008
stattfinden.
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